Interview mit Markus J. Kuhn
IM INTERVIEW: UNSER NEUER GESCHÄFTSFÜHRENDER VORSTAND MARKUS J. KUHN
Seit 01. 11. 2024 ist Markus J. Kuhn geschäftsführender Vorstand des Betreuungswerks. Mitten in einem wichtigen Weiterentwicklungsprozess übernimmt der Sozialwirtschafts- und Stiftungsprofi das Steuer der Stiftung. In diesem Interview erfahren Sie etwas über seine Motivation, seine Erfahrungen und welche Ziele er für das Betreuungswerk verfolgt.
Herr Kuhn, was hat Sie inspiriert, beim BeW Vorstand zu werden?
Etwas Positives zu bewirken ist seit jeher die bedeutendste Triebfeder in meinem Leben. Das BeW bietet für Beschäftigte der Postnachfolgeunternehmen soziale Leistungen an. Als ich von der freien Stelle erfahren habe, war mir schnell klar, dass ich mich hier einbringen und die Vorstandsfunktion mit meiner Expertise und Persönlichkeit füllen möchte.
Und Sie haben ja bereits Erfahrung mit Stiftungen!
Meine Erfahrungen im Stiftungsmanagement sind umfassend und praxisorientiert – ich habe in einem ähnlichen betrieblichen Kontext den Neuaufsatz zweier Stiftungen maßgeblich geprägt. Als aktiver Initiator von Veränderungsprozessen und mit meinem motivierten Team habe ich als Mitglied des Management Boards zwei tradierte Stiftungen weiterentwickelt und in die Jetztzeit geführt.
Wie hat Sie Ihr beruflicher Werdegang geprägt und wie werden Ihre Erfahrungen Ihre neue Rolle als geschäftsführender Vorstand beeinflussen?
Die Antwort darauf gebe ich auf zwei Ebenen, der emotionalen und der fachlichen: Emotional im Mittelpunkt steht für mich stets der Mensch – losgelöst zum Beispiel von Herkunft, Religion, Bildung oder Hierarchieebene! Was so profan und logisch klingt, ist leider im beruflichen Kontext nicht alltäglich. Mein Anspruch ist es daher, den Menschen – genauer unseren Leistungsempfängern, unseren Spendenden, den Partnern bei den Postnachfolgeunternehmen und unseren Mitarbeitenden – auf Augenhöhe, mit einem Höchstmaß an Wertschätzung zu begegnen. Mit diesem Menschenbild baut sich Vertrauen auf und aus diesem entsteht Offenheit. Und offene Menschen äußern ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten. Diese zu kennen und zu verstehen, sehe ich als Grundlage für unser Handeln als authentische, soziale Stiftung.
Was mich fachlich sehr geprägt hat, ist das „Design Thinking“, welches ich am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam gelernt habe. Dabei handelt es sich um eine systemische Herangehensweise an komplexe Herausforderungen. In heterogenen Teams werden innovative und lebensnahe Lösungen entwickelt. Man nähert sich einer Lösung quasi nicht von der technischen Seite, sondern der Mensch und seine Bedürfnisse, Expertise und Erfahrungen stehen im Fokus. Dieser Ansatz spannt für mich den Bogen zur eben genannten emotionalen Ebene.
Wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte in der Arbeit beim Betreuungswerk?
Die Welt ist im Wandel. Das haben zwar auch schon Generationen vor uns gesagt, jedoch ist festzustellen, dass die Dynamik des Wandels enorm steigt. Das bedeutet, dass wir unsere Leistungen und unser Handeln kontinuierlich auf den Prüfstand stellen müssen. Die Bedürfnisse, die Lebensrealitäten und damit auch die Art des Dialogs
haben sich bei den operativen Stiftungen grundlegend geändert. Die Trends gemeinsam mit dem Team zu erkennen und zielführende Anpassungen und Innovationen abzuleiten, ist mein persönlicher Beitrag und der künftige Schwerpunkt unseres Handelns. Hierfür ist zunächst Vertrauen als gesundes Fundament im Team wichtig, um unseren Zielgruppen gemeinsam ein leistungsfähiges und zuverlässiges Betreuungswerk zu bieten.
Was ist Ihre Vision für das Betreuungswerk?
Das Betreuungswerk ist die Stiftung für alle aktiven und ehemaligen Beschäftigten der Postnachfolgeunternehmen sowie deren Familien. Wir sorgen für Lebenshilfe, sowohl im Alltag als auch in besonders herausfordernden Situationen des Lebens. Wir unterstützen die Menschen somit, ein erfülltes, sorgenfreieres Leben zu führen oder wieder zu diesem zurückzufinden. Meine Vision ist, dass den Menschen der Zweck des Betreuungswerks bekannt ist. So erreichen wir, dass sie sich in unterstützungsbedürftigen Lebenssituationen an uns erinnern und auf uns zukommen.
Was sollte man einmal über Ihre Amtszeit als Vorstand des Betreuungswerks lesen können?
„Schade, dass er nicht mehr da ist!“ Dieses Bedauern wäre ein großes Kompliment.
Herr Kuhn, wir freuen uns, dass Sie hier sind und sich Zeit für das Interview genommen haben.